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Fäkalien gehören nicht ins Wasser - |
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denn jedes Abwasser wird irgendwann wieder als Trinkwasser benötigt!
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Schon 1996, bevor das weltweite Problem der Verunreinigung von Grund- und
Trinkwasser durch Abbauprodukte von Arzneimitteln und Pestiziden aus dem
Abwasser deutlich wurde, konstatierte Ökotest im Sonderheft 20: "Dabei ist
die Wassertoilette als eine der größten Umweltkatastrophen dieses
Jahrhunderts anzusehen. Denn was gemeinhin als saubere Lösung der
menschlichen Abfallprobleme angesehen wird, bringt in Wahrheit die
Naturkreisläufe völlig aus dem Gleichgewicht. Kot und Urin enthalten
reichlich Stickstoff und Phosphor - an Land wichtige Düngemittel. Doch im
Wasser fördern sie Algenwuchs und werden zur tödlichen Bedrohung für viele
Lebewesen. Daneben stecken die Fäkalien voller Krankheitskeime:
Coli-Bakterien, Salmonellen, Viren und Wurmerreger, die im warmen Abwasser
ideale Überlebensbedingungen finden. Auch im Klärwerk werden sie nicht
restlos gekillt."
Die Wassertoilette, einst die Rettung der Städte vor der Seuchengefahr, hat
das Problem der Seuchengefahr nur in die Zukunft verlagert und weitere
Probleme hinzubeschworen. Auch moderne Klärwerke sind nicht in der Lage, das
Wasser wieder so rein zu machen, wie es vor der Kontamination mit Fäkalien
war. Und ist, wie weltweit vorherrschend, kein Klärwerk vorhanden, so bleibt
der gesamte Reinigungsvorgang der häufig schon schachmattgesetzten Natur
überlassen. Eine verhängnisvolle Entwicklung, die dringend auf ein neues
intelligentes und nachhaltig hygienisches Konzept umgelenkt werden muss.
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Eine Komposttoilette riecht nicht und
ist absolut hygienisch zu benutzen!
Es gibt eine Vielzahl moderner Kompost-Toilettensysteme, die auf möglichst
komfortable und hygienische Art die Fäkalien auffangen und für die spätere
Verwertung durch Kompostierung aufbewahren bzw. mit der Kompostierung
beginnen. Auf diese Weise wird kein Wasser verbraucht, kein Abwasser
produziert und erst recht müssen keine Chemikalien zum Einsatz kommen.
Kompostierung ist der natürliche Vorgang des Abbaus energiereicher
organischer Substanzen zu anorganischen Substanzen (Pflanzennährstoffe auf
Basis von Stickstoff und Phosphor). Dabei wird Energie frei und es entstehen
im Idealfall nur geruchlose Gase (Kohlendioxid, Wasserdampf). Der ganze
Prozess erfordert die aktive Arbeit von Mikroorganismen und später, bei der
Humusbildung, höheren Bodenlebewesen, wie z.B. Regenwürmern. Außerdem wird
dringend Sauerstoff benötigt, sowie bei der Kompostierung von Fäkalien der
Zusatz von kohlenstoffreichen organischen Substanzen (Rinde, Stroh,
Gartenabfälle). Eventuell vorhandene Krankheitskeime, der historische Grund
für unseren Ekel vor den Fäkalien, werden im Laufe der Kompostierung durch
die für die Keime unwirtlichen Lebensbedingungen vernichtet. Der Prozess des
Substanzumbaus beginnt in der Trockentoilette, benötigt dann wenigstens ein
Jahr, möglichst jedoch länger, im Komposter und setzt sich auch nach dem
Ausbringen des Substrats in der Gartenerde fort. Mithilfe der
Komposttoilette wird also versucht, einen natürlichen Kreislauf zu erhalten
und mit den modernen ästhetischen und technischen Anforderungen in Einklang
zu bringen.
Die technischen Grundprinzipien lassen sich auf drei wesentliche Elemente
reduzieren: 1.die Abtrennung der Feuchtigkeit, 2.die
Entlüftung im
Zusammenhang mit der Zufuhr frischer Luft und 3.die Zugabe von
kohlenstoffhaltiger Substanz. Die technische Ausführung einer solchen
Toilette ist durchaus variabel.
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Zurück in die Steinzeit?
Mit einem Plumpsklo haben Komposttoiletten nichts gemeinsam, denn bei diesem
wird weder kohlenstoffhaltiges Material zugegeben, noch wird auf Be- und
Entlüftung geachtet. Komposttoiletten können sich als hochtechnische
Anlagen zeigen oder ganz einfach gestaltet sein. Für einen Kleingarten ohne
Stromanschluss wäre eine mehrere Kubikmeter große Kompostanlage oder eine
Toilette mit Heiz- und Rührwerk sicher nicht angemessen. In einer
Stadtwohnung dagegen wäre ein wöchentlich zu leerender Fäkalienbehälter
weder zumutbar noch sinnvoll. Der derzeitige Stand der
Komposttoiletten-Technik bietet eine vielfältige Auswahl an Toiletten für
Kleingärten, Einfamilienhäuser, Vereinsheime, Wanderhütten, Caravans und
Hausboote. Gerade bei Objekten ohne Anschluss an die Kanalisation gibt es
keine wirklich sinnvolle Alternative zu einer Komposttoilette. Für die Stadt
mit Ihrer vernetzten Infrastruktur sind reine Komposttoilettensysteme
dagegen (noch) nicht praktikabel. Trotzdem können einzelne Elemente der
Komposttoiletten-Technik sinnvoll eingesetzt werden, um den Wasserkreislauf
zu entlasten.
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